Christian Altstadt

Triathlet

10.08.2014 Das Debüt – Ironman 70.3 Wiesbaden

10.08.2014 Das Debüt – Ironman 70.3 Wiesbaden

Der erste Triathlon meines Lebens – Ironman 70.3 Wiesbaden European Championship         10. August 2014

 

Nachdem ich mir im August 2013 ein schickes Scott CR1 Rennrad von dem Erlös aus dem Verkauf meiner Suzuki Rennmaschine zugelegt hatte und ich sofort eine Leidenschaft für das Radfahren auch auf der Strasse entdeckte, beschloss ich im Frühjahr einen Triathlon zu absolvieren. Mein Schulfreund Guido betrieb diesen Sport schon etwas länger und hatte sich für Kraichgau und Frankfurt angemeldet. Ich wollte etwas vergleichbares machen, hatte aber überhaupt keine Ahnung, dass es auch so etwas wie olypmische Distanzen gibt und man eigentlich mit diesen zum „Reinschnuppern“ anfängt. Somit kam ich – auch durch die Nähe zu meinem Elternhaus –  auf Wiesbaden.

Bisher war ich nur hobbymäßig und regelmäßig in Jena und früher in meiner Heimat an der Bergstraße und im Odenwald MTB gefahren. Gewisse Grundlagen sollten dadurch vorhanden sein. Zum Schwimmen ging ich während des Studiums eigentlich auch hin und wieder – vor allem im Winter im Sportbad in Rudolstadt. Für das Laufen – so dachte ich mir – müsste ich gewisse genetische-anatomische Anlagen haben, nicht zuletzt, da ich im jugendlichen Jahren mal ein wenig Leichtathletik mit Schwerpunkt 1000 bis 3000m Lauf betrieben hatte. Wirklich angefangen habe ich mit Letzterem aber erst in diesem Winter/Frühjahr.

Der erste lange Lauf startete an der Uni-Bilbiothek in Jena und wurde am Ende ein spontaner Halb-Marathon (mit dem Handy gemessen) in 1:39h, mit dem Ergebnis am nächsten Tag keine Treppe mehr hinabsteigen zu können. Im weiteren Verlauf des Frühlings und Sommers konnte ich das Training – auch bedingt durch das Ende meines Masterstudiums (Abgabe der Masterarbeit war Mitte April) – weiter intensivieren und mit Hilfe eines Trainers ab Ende Juni/Anfang Juli sogar richtig strukturieren. Zu meinem Trainer Konrad Smolinksi kam ich über meinen Freund und Profi-Triathleten Henry Beck, den ich wiederum im Sommer im Freibad in Jena kennengelernt hatte, nachdem er mich beim Schwimmen gnadenlos „zerlegt“ hatte.

Nun aber zurück zu meinem ersten Triathlon: Am Samstag fuhr ich nach Wiesbaden, um die Startunterlagen abzuholen und mein Rad abzugeben. Ich war von der dortigen Kulisse und Atmosphäre, die schon während des Aufbaus zu spüren war tief beeindruckt. Zum Glück hatte ich die Radstrecke während des Trainings im Sommer schon zweimal abgefahren, böse Überraschungen sollten diesbezüglich also ausbleiben.

Am Sonntag war ich mit meiner Mutter frühzeitig wieder in Wiesbaden und erledigte die letzten Vorbereitungen, mit einem ergreifenden Gefühl in Anbetracht der vielen konzentrierten Menschen im Morgengrauen. Beim Schwimmstart bemerkte ich, dass ich meine Badekappe im Auto vergessen hatte, wodurch allerdings kein wirkliches Problem entstand – ich bekam eine neue.

Völlig blauäugig reihte ich mich im Wasser in der ersten Reihe in meiner rund 300 Athleten und Athletinnen umfassenden Gruppe ein, wobei wir fast überhaupt kein Zeit zum Einschwimmen hatten. Einen Kanonenschuss hörte ich irgendwie nicht, merkte aber dass es plötzlich richtig wild wurde. Nach rund 100m war ich total blau und dachte nur darüber nach, wie ich das lebend überstehen sollte, auch ein Umkehren kam mir in den Sinn. Zum Glück kam ich dann aber nach und nach in meinen Rhythmus und hatte durch das Ausbreiten der Gruppe einigermaßen Platz.

Nach 28min und 46Sek passierte ich die Zeitmatte, wobei nach dem Ausstieg aus dem Wasser direkt der zweitschlimmste Moment folgte: Ich taumelte mit Mühen den leichten Hang Richtung Wechselzelt. Den recht anstrengenden Übergang von der horizontalen Schwimmlage in die aufrechte Position hatte ich vorher nie geübt.

Nach einem mühevollen Wechsel (Neo nur schwierig ausziehen können, mit Radschuhen zum Rad gelaufen usw) ging es auf die Radstrecke. Ich konnte ich fast ausschließlich andere Sportler einsammeln und auch ohne besondere Vorkommnisse nach einer Zeit von 2:43h in die 2. Wechselzone fahren. Radfahren hatte ich in der kurzen Zeit am Meisten trainiert und war dementsprechend hier auch wirklich zufrieden. Durch die sehr anspruchsvolle Strecke mit den vielen Höhenmetern war mein rechtes leichtes Rennrad gegenüber den Zeitfahrädern vielleicht auch gar kein Nachteil.

Nach einem ebenfalls noch von Unerfahrenheit geprägtem 2. Wechsel ging es zum Laufen, wobei auch hier alles einigermaßen gut ablief. Zwar wusste ich nicht, wie man Getränke im Laufen zu sich nimmt und merkte bei dieser Disziplin das verhältnismäßig geringste beziehungsweise kürzeste Training deutlich. Nach einem 1:35h Halb-Marathon und einer Gesamtzeit von 4:54h finishte – wie es im Fachjargon so schön heißt – also meinen ersten Triathlon in Wiesbaden. Ich habe definitiv Blut geleckt und bin immer noch von dem unbeschreiblichen Gefühl im Zieleinlauf beziehungsweise unmittelbar danach berauscht.

 

Danke an meine Mutter und alle anderen fürs Mitfiebern und Daumendrücken.

 

Bis bald, Christian

Ergebnisse hier

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