Christian Altstadt

Triathlet

27.07.2015 Challenge Poznan

27.07.2015 Challenge Poznan

Trainingswettkampf Challenge Poznan und gelungener Start in die 2. Saisonhälfte als schnellster Agegrouper                                                                                             26. Juli 2015

 

Nachdem die erste Saisonhälfte unter anderem mit erfolgreichen Mitteldistanzen und einem gewonnenen kleineren Rennen über die olympische Distanz sehr zufriedenstellend und vor allem verletzungsfrei zu Ende gegangen war und ich die Rennen auch alle wirklich gut verkraftet hatte, hieß es Anfang Juli für rund eine Woche ein wenig die Füße hoch zu legen. Anschließend absolvierten wir einen gut zweiwöchigen, recht umfangeichen Grundlagen-Block mit zuletzt ca. 30h Training pro Woche. Und auch in der letzten Woche stand noch einiges auf dem Plan, sodass dieses Rennen als ein Rennen aus dem Training heraus bzw. kurzum als sogenannter „Trainingswettkampf“ bezeichnet werden kann. Da wir bis zum ICAN Nordhausen, der in gut 2 Wochen ansteht, keine Zeit verlieren wollten und wollen, war dies auch genauso beabsichtigt.

Henry und ich fuhren bereits am Freitag nach Polen und kamen mit einigen kleineren, recht lustigen Zwischenfällen auf der Fahrt gegen Abend gut an. Das Hotel – am Rande Posens gelegen – fanden wir auf Anhieb und waren mit diesem auch zufrieden (Pool, Sauna etc. – ich wollte eben, dass es ein schönes Wochenende für uns beide wird 😉 ). Nach dem Einchecken und einer kurzen Erfrischung im Pool machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem und fuhren bei dieser Gelegenheit auch gleich einen Teil des Weges zur Wechselzone/Expo etc. ab.

Am Samstag ging es dann nach einer kurzen Radvorbelastung und dem Verfolgen der spannenden Bergetappe der Tour mit Rad und Equipment erneut in die Stadt. Nachdem ich meinen im Auto vergessenen Ausweis abgeholt hatte, bekam ich meine Startunterlagen und freute mich über meinen Start um 9:05 Uhr in der ersten Startwelle nach den Profis (M18 + M25). Das Rad-Check-In klappte soweit gut, wobei mich die recht laschen Kontrollen an der Wechselzone und die fehlenden Scheinwerfer für die Nacht anfangs etwas ängstlich stimmten. Anschließend besichtigten wir den See und die weiteren Gegebenheiten. Ich stellte fest, dass neben infrastrukturellem und allgemein wirtschaftlichem Fortschritt auch in Sachen Triathlon in Polen wirklich Mühe und Engagement zu erkennen waren. Und auch der See, auf dem neben Regatta auch diversen Ruder WM- und EM-Meisterschaften und andere Sportveranstaltungen stattfinden, war mit den großen Zuschauertribünen ringsum wirklich beeindruckend. Nach der Rennbesprechung und anschließendem Essen ging es dann zurück zum Hotel und nach letzten Vorbereitungen ins Bett.

 

Nachdem am nächsten Morgen alles ohne Probleme geklappt hatte, erfolgte der Kanonenschuss gegen ca. 9:07Uhr. Das Wasser war recht dreckig und ich musste durch den recht starken Wellengang auch einiges schlucken, allerdings zum Glück ohne ernsthafte Folgen. Ich kam zu Beginn des Schwimmens sehr gut weg und führte die ersten 100m mit zwei anderen Athleten die gesamte Startgruppe sogar an. Die beiden zogen dann recht zügig weg, sodass ich nach Kurzem komplett alleine war. So schwamm ich auf Position drei mit ziemlichen Orientierungsschwierigkeiten (die beiden waren zwischenzeitlich kaum noch zu sehen und die Profis waren sowieso weg) eben alleine durch. Zwar konnte ich ein paar Profi Frauen und ich glaube sogar einen Profi-Mann überholen, war aber wie gesagt ansonsten alleine. Mir kam das Schwimmen schon im Wasser gefühlt recht lange vor und dies bestätigte sich beim Blick auf die Uhr nach dem Ausstieg auch: 2,1 km und 31min laut meiner Garmin. Nichtsdestotrotz war ich zufrieden, da ich wusste, dass ich in meiner rund 150 Athleten umfassenden Gruppe wirklich sehr weit vorne lag, womit ich selbst nicht gerechnet hatte. Auf dem Weg zur Wechselzone, der übrigens mit das Härteste an dem ganzen Rennen darstellte, da wir einen recht langen und ziemlich steilen Berg serpentinenartig zu einer Wiese hoch „rennen“ mussten, rief mir Henry zu, dass das Schwimmen insgesamt eher langsam war.

Der Wechsel klappte soweit gut und anschließend konnte ich auf dem eher flach bis leicht welligen Kurs richtig Druck machen. Ich überholte die 2 Schwimmführenden sehr bald und anschließend einige Profi-Frauen. Bis zur ersten Wende hatte ich auf den knapp 25km einen sagenhaften 47,8er Schnitt gefahren! Nach der Wende folgte dann allerdings die Ernüchterung, da dort der starke Gegenwind sofort an den Kräften zehrte. Die Profi-Gruppe kam mir kurz vor der Wende entgegen und ich wunderte mich zu diesem Zeitpunkt schon, wieso alle eher langsam aussahen, von den wieder einmal recht dichten Abständen abgesehen. Trotz des Windes lief alles weiter nach Plan; auf der zweiten Runde war der Wind ein wenig schwächer und ich holte auch bereits weitere Profi-Männer sowie alle Profi-Frauen ein. Am Ende war es eine Zeit von 2:12h (inklusive einiger Meter laufen zurück zur Wechselzone) – die 15. Radzeit insgesamt. Damit müsste ich als Agegrouper nun gefühlt wohl recht deutlich in Führung liegen, dachte ich mir und auch Henry rief mir ein „du bist vorne“ zu.

Auch der zweite Wechsel ging gut von statten (die Analyse der einzelnen Zeiten bestätigte, dass ich in dieser Disziplin jeweils maximal 10-30Sek auf die Topleute verlor), sodass ich mich nun  auf die noch recht leere Laufstrecke begab. Hierbei passierte eigentlich nichts Spektakuläres mehr. Ich konnte den etwas längeren Halbmarathon (laut Angaben vom Vortag rund 400-500m, laut Uhr eher 800m länger) in einer für mich soliden Zeit von gut 1:26h dauerhaft im grünen Bereich durchlaufen. Ein paar Topprofis überrundeten mich und auch einige wenige der von mir schon eingeholten Profis konnten wieder überholen, wobei ich ja rund 7min Vorsprung durch meinen späteren Start hatte, den sie nicht mehrt zuliefen. Schlussendlich kam dadurch mit einer Zeit von 4:15h ein 19. Gesamtplatz und ein 1. AK-Platz zu Stande. Außerdem wurde ich mit recht deutlichem Abstand schnellster Agegrouper insgesamt, was mich doch ein wenig freute, angesichts der Tatsache, dass dies eine Challenge mit rund 1000 bis 1500 Startern war.

Inwiefern oder ob überhaupt die Tatsache, dass ich beim Schwimmen und Radfahren eigentlich nur alleine war, zeitlich etwas ausmachte, sei an dieser Stelle dahingestellt. Ich merke aber definitiv, dass mir die vielen Mitteldistanzen in dieser meiner ersten richtigen Triathlon-Saison gut bekommen und ich von Wettkampf zu Wettkampf neben immer neuen lehrreichen Erfahrungen für eine gute Performance auch (zumindest gefühlt) immer „abgehärteter“ im Sinne einer „Wettkampfhärte“ werde. Ebenso hat das umfangreiche Training der letzten Woche gut angeschlagen, sodass ich behaupten würde, in der Form (vor allem auf dem Rad) noch etwas voran gekommen zu sein.

Die Siegerehrung war schön und es gab auch einige nette Kleinigkeiten, wie einen Wasser-MP3-Player, ein paar ordentliche Rennrad-Pedale von Shimano sowie schlussendlich sogar ein wenig Bares (immerhin 150 Zloty, umgerechnet ca. 35-40 EUR, womit ich nun gar nicht gerechnet hatte).

Die recht anstrengende Rückfahrt meisterte Henry zum Glück alleine und ich als Beifahrer konnte meine ansatzweise schon Muskelkater aufweisenden Gliedmaße etwas hochlegen.

In den folgenden gut 2 Wochen heißt es nun die recht gute Form ohne Verletzungen oder Krankheiten zunächst zu konservieren und außerdem durch einige intensivere Einheiten, die schon diese Woche wieder anstehen, noch eine Schippe für Nordhausen drauf zu packen. Ob dies gelingt, wird sich Mitte August zeigen.

Danke vor allem an Henry für die Begleitung, das super Coaching und insbesondere die tollen Fotos sowie an alle anderen (in erste Linie meiner Mutter) fürs Mitfiebern.

 

Bis bald, mit sportlichen Grüssen aus Jena, Christian

 

Ergebnisse hier

 

 

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